Grenzgeografien
Neue, kreative Modelle und Lösungsansätze für die Stadtplanentwicklung in Jerusalem: ein trilaterales Seminarprojekt für deutsche, israelische und palästinensische Architekturstudenten.

Besuch der israelischen, palästinensischen und deutschen Studenten beim Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin am 10. Oktober 2003
Das von der Universität der Künste Berlin UDK initiierte studentische Austausch- und Dialogprojekt "Grenzgeografien" möchte angehende Architekten, Stadtplaner sowie außeruniversitäre Experten aus Deutschland, Israel und Palästina dazu ermutigen, gemeinsam neue Visionen für eine friedliche Zukunft Jerusalems zu entwickeln. Zusammen mit der Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem und dem International Peace and Cooperation Centre IPCC, East Jerusalem hat die UDK unter Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Peter Bayerer und in Partnerschaft mit der Allianz Kulturstiftung drei gemeinsame Arbeits- und Entwurfworkshops organisiert, die sich der Problematik des Zusammenwohnens im Alltag von Berlin/Berliner Umland und von Ostjerusalem widmen. Hintergrund dieses trilateralen Dialogs ist die durch den kulturellen Austausch zwischen Westeuropa und der islamischen Welt geprägte Stadt Jerusalem. Obwohl seit 1967 nominell vereinigt, hat sich der israelisch-palästinensische Konflikt tief in den Alltag der Stadt eingeschrieben.

Israelische, palästinensische und deutsche Architekturstudenten haben in gemeinsamen Workshops Konzepte für eine friedliche Zukunft Jerusalems enwickelt.
Inhaltlich kreisen die Workshops, die jeweils von den unterschiedlichen Projektpartnern organisiert werden und vor Ort stattfinden, um die Frage nach der Rolle von Stadtplanern und Architekten im Hinblick auf eine friedliche Gestaltung der Umwelt. Dabei steht nicht zuletzt die Entwicklung von konkret umsetzbaren Modellen und Zukunftsstrategien im Mittelpunkt. Während es in den beiden Jerusalemer Workshops eher um die Dokumentation und Visualisierung von Konfliktmustern und in einem weiteren Schritt um die Entwicklung alternativer Planungswerkzeuge geht, wird sich die trilaterale Studentengruppe in Berlin mit zwei prototypischen Standorten auseinandersetzen, die von Konflikten im alltäglichen Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen geprägt sind: dem Berliner Umland und der Oder/Neiße Grenzregion.

Architektur und Städtebau verkörpern den schwelenden Konflikt zwischen Israel und Palästina.
Die Berliner Architekturstudenten können durch das Projekt "Grenzgeografien" wichtige Erfahrungen aus dem deutsch-deutschen Wiedervereinigungsprozess in den Arbeitsprozess einbringen. Damit werden sie nicht nur zu Vermittlern zwischen gleichaltrigen Israelis und Palästinensern, sondern machen den Beginn eines wichtigen Dialoges erst möglich. Architekt und Projektleiter Philipp Misselwitz erläutert die Beweggründe und Schwierigkeiten des Projektes in einem Interview. Das Interview befindet Sie im rechten Bereich auf dieser Seite.
Projektort: Berlin
Projektpartner: Universität der Künste Berlin UDK, Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem, International Peace and Cooperation Centre IPCC, East Jerusalem
Projektleiter: Philipp Misselwitz