Ausstellung "Tiefebene hochkant": aktuelle Kunst aus Ungarn

Anikó Loránt: Das Dach, Sie verläßt das Haus nicht, aber sie entdeckt dennoch die Welt, 2005, Zeichnungen auf Schultafeln
Mit dieser Ausstellung setzt der Neue Berliner Kunstverein seine regelmäßigen Untersuchungen mittelosteuropäischer Kunst der Gegenwart fort. Angesichts der vor zwei Jahren vollzogenen EU-Integration der östlichen Nachbarstaaten ist es noch dringlicher geworden, die kulturellen Folgen der langen politischen Trennung zu überwinden und das bestehende Verhältnis von Zentrum und Peripherie im europäischen Kulturleben zu überdenken.

Der flüssige Horizont Nr. 14,Thyborøn B. (Dänemark) 31. 8. 2001,Belichtungszeit: 4 h, Cibachrome, camera obscura
Der Ausstellungstitel ist eine Metapher für die derzeitige Rezeption ungarischer Kunst: Um wahrgenommen zu werden, muss man sich richtig präsentieren. Mit dem Attribut "aktuelle Kunst" verweist der Untertitel auf die Auswahl der Künstler der Ausstellung, die alle erst seit der Wende aktiv künstlerisch tätig sind.

Gergely László - Péter RákosiMitglied des Traditionsvereins Artillerie der Tápió Region, 2006, Lambda Print
Nach dem Durchleben eines tief greifenden gesellschaftlichen Wandels versuchen sie nun, adäquaten künstlerischen Ausdruck für ihre Verortung und ihre Vergangenheit zu finden. Die ungarische Kunst der Gegenwart ist durch den global gültigen Pluralismus geprägt.

Gergely László - Péter RákosiMitglied des Traditionsvereins Artillerie der Tápió Region, 2006, Lambda Print
Die Ausstellung versucht, einige darin vorherrschende Tendenzen aufzuzeigen. Eines ihrer spezifischen Merkmale dabei ist die Öffnung der Privatsphäre in Richtung "öffentlicher Raum", die Ausdehnung der Kommunikation von der Zurückgezogenheit des Ateliers in den gemeinschaftlichen Zusammenklang von Ideen und Praktiken.

Pál Gerber: An der Antenne statt am Kreuz, 2005. Bleistift, Aquarell
Projektzeitraum: 11. - 23. April 2006
Projektort: Berlin
Projektpartner: Neuer Berliner Kunstverein, Berlin. Kuratoren: Barnabás Bencsik und Lívia Páldi, Budapest