Europa denken – Szenarien über Europa – Europe n
Wie kann sich Kunst kritisch mit Europa und seinem Gemeinschaftsgedanken auseinandersetzen? Was könnte aus künstlerischer Sicht eine europäische Gemeinschaft potenziell ausmachen? Zehn KuratorInnen erarbeiten und visualisieren mehrere Szenarien darüber, wie man über Europa nachdenken könnte, um in einem nächsten Schritt die Umsetzung eines gemeinsamen, aber doch vielstimmigen Projekts in den beteiligten Ländern anzustoßen.
© Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig; Fotograf: Sebastian Schröder
In einer dreiteiligen Ausstellungsreihe, den "Szenarien über Europa" (September und November 2011, Januar 2012), setzen sich zehn KünstlerInnen unterschiedlicher Herkunft jeweils mit dem Thema Europa auseinander und schaffen damit als eine Art "Prolog" die Diskussionsbasis für die weitere gemeinsame Entwicklung des Projekts. Europa wird – so die Projektleiterin, Barbara Steiner, dabei "als ein fransiges Gebilde verstanden, dessen Kontur sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert hat – als eine Projektionsfläche für umstrittene Werte und Wertvorstellungen, für Versprechen und Versagen gleichermaßen. Der spezielle Fokus liegt auf dabei auf einem Europa-Verständnis, das von der Utopie einer Gemeinschaft spricht, die Heterogenität nicht nur zulässt, sondern als Qualität begreift."

© GfZK Leipzig; Fotograf: Sebastian Schröder
In einem zweiten Teil werden die bisherigen Ergebnisse im Januar in einer Konferenz, "Europa denken", diskutiert und es wird für den weiteren Projektverlauf ein Zwischenresümee gezogen. Darüber hinaus werden die Inhalte visuell mittels der sogenannten "Diskurs-Tapeten" vorgestellt. Diese "Visualisierung des Diskurses" macht es möglich, abstrakte und hochkomplexe Überlegungen anschaulich zu machen, den Diskurs weiter zu tragen und damit nachhaltig werden zu lassen. Diese Intention wird zusätzlich in einem "Szenarien-Buch" dokumentiert. Der dritte Teil, "Europe n", umfasst die Umsetzung von Kunstprojekten in den beteiligten Städten Berlin, London, Minsk, Macau, Istanbul, Novi Sad, Oslo, Lodz, San Sebastian, Brüssel, Shanghai, unter den jeweiligen ortsspezifischen Bedingungen. Der Auftakt findet Ende Juni 2012 in Berlin statt und trägt Festival-Charakter.
Die eingeladenen KuratorInnen wurden aufgrund früherer Tätigkeiten und Arbeiten ausgewählt, die für das Projektthema relevant sind. Sie haben verschiedene disziplinäre Hintergründe, sind z.B. KünstlerInnen, PhilosophInnen, ArchitektInnen, WissenschaftlerInnen, KunsthistorikerInnen, und sie arbeiten eng mit VertreterInnen anderer gesellschaftlicher Bereiche zusammen, wie etwa aus der Wirtschaft, der Genetik oder dem Bildungsbereich. Visuelle Gestaltung/Interaction-Design und Computerwissenschaften spielen in dem Projekt eine genauso wichtige Rolle wie kuratorische oder künstlerische Ansätze.
Projektpartner: Sint-Lukas Galerie/Hogeschool Sint-Lukas, Brüssel,Platform Garanti Contemporary Art Centre, Istanbul, Muzeum Sztuki, Lodz, Royal College of Art, London, Novaja Europa Magazine/Centre for European Studies/European Humanities University, Minsk/Vilnius, Henie Onstad Art Centre, Oslo, Muzej Savremene Umetnosti, Novi Sad, San Telmo Museoa, San-Sebastian, Taipei Contemporary Art Center, Taipei, Vitamin Creative Space, Beijng, Art World Magazine, Shanghai, Regionale Goethe-Institute (MOE, SOE, NWE, SWE, OEZA)
Projektzeitraum: 2011-2013