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Allianz Kulturstiftung
 
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Die Vorsitzende des Kuratoriums der Allianz Kulturstiftung, Christina Weiss, begrüßte in der Berliner Staatsoper Unter den Linden Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid, Thomas Krens, Zaki Anwar Nusseibeh und Michael Schindhelm zur zweiten Lecture unter dem Motto: "Reden über Europa".

Michael Schindhelm vergleicht das schnell wachsende Emirat Dubai mit der ehemaligen DDR: "Es ist wie in der Zeit nach der Wende. Wenn sich alles gleichzeitig bewegen soll, dann bewegt sich auch manchmal nichts mehr", sagt der "gelernte" Ostdeutsche und ergänzt: "Wenn man heute zwei Monate nicht dort war, dann erwartet einen bei der Rückkehr ein ganz anderes, ein neues Dubai."

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Michael Schindhelm; © Laurence Chaperon 2009

Geld für kulturelle Infrastruktur
Der ehemalige Generaldirektor der Berliner Opernstiftung erinnert sich noch gut an seine Zeit in der wiedervereinigten Stadt, deren neues Zentrum bis Ende der 90er Jahre noch eine Großbaustelle war. Schindhelm erlebt in Dubai eine ähnliche Aufbruchstimmung wie in den frühen Wendejahren in Berlin. Doch die Parallelen sind damit auch erschöpfend referiert, denn im Gegensatz zum deutschen Osten in den 90ern orientiert sich das heutige Dubai deutlich internationaler, plant viel großzügiger, und es ist derzeit nicht absehbar, wann in dem Emirat das Geld für kulturelle Infrastrukturprojekte knapp wird.
Schindhelm hat als Kulturdirektor der Dubai Culture and Arts Authority maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der neuen, beschleunigt wachsenden Kulturmetropole im Nahen Osten. Für ihn sind die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) ein "Zukunftslabor für sozialen und kulturellen Austausch weltweit", gerade weil in Dubai mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Ausländer sind. Europa wird diese kulturelle Exportchance nutzen und sich im Dialog mit Kulturschaffenden aus aller Welt auch kreativ bereichern, ist Schindhelm überzeugt.
Die Lecture 2 in der Staatsoper Unter den Linden war gut besucht, © Laurence Chaperon 2009
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Wie "Beirut in den 70er Jahren"
Die britisch-irakische Architektin Zaha Hadid beurteilt die kulturellen Zukunftschancen am Golf ähnlich euphorisch wie Schindhelm, und auch sie findet in ihrer eigenen Biografie passende Vorerfahrungen. Sie vergleicht die heutigen Emirate mit "Beirut in den 70er Jahren". Hadid erinnert sich begeistert an ihre Studienzeit in der damals sehr weltoffenen Stadt, wo sie Bekanntschaften mit Menschen aus aller Herren Länder machte. Für Sie war es künstlerisch besonders anregend im Diskurs mit Kommilitonen aus Afrika, Indien und dem Nahen Osten gemeinsam Ideen zu entwickeln und voranzutreiben. Dubai ist heute so ähnlich, sagt sie.

"Austausch unter Berücksichtigung der lokalen kulturellen Wurzeln"
Hadids künstlerische Idealwelt schwebt auch Zaki Anwar Nusseibeh für Abu Dhabi vor. Allerdings ergänzt der Berater von VAE-Präsident Scheich Khalifa, die Vorstellungen der Stararchitektin um eine einheimische Note. Nusseibeh hat für Abu Dhabis Großprojekt - den Culture District auf Saadiyat Island - einen "globalen Austausch unter Einbeziehung der lokalen kulturellen Wurzeln" im Sinn. Der Beitrag internationaler Künstler soll zum einheimischen Kulturleben ebenso beitragen wie zum kulturellen Dialog zwischen West, Nahost und Fernost. Nusseibeh beschreibt die Kulturprojekte auf Saadiyat Island als generationenübergreifende Investition in die Kunst, in kulturelle Vielfalt und in die Aus- und Weiterbildung junger und erwerbstätiger Menschen in der Region.

Zaha Hadid wurde mittels eines eigens für die Veranstaltung produzierten Videos eingeführt; © Laurence Chaperon 2009

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Guggenheim-Abu Dhabi auf 42.000 Quadratmetern
Auf Saadiyat Island treibt auch Thomas Krens, der Senior Advisor for International Affairs der Guggenheimstiftung, sein kulturelles Großprojekt mit Hilfe von Nusseibeh voran. Der ehemalige Direktor des US-amerikanischen Museumsimperiums lässt von Architekt Frank Gehry einen 42.000 Quadratmeter großen Ausstellungskomplex, das Guggenheim-Abu Dhabi bauen. Für Krens liegt es auf der Hand, dass eine international aktive Stiftung auch am Golf in angemessener Größe präsent sein muss.
Andere große Marken des internationalen Kulturbetriebs planen bereits, auf Saadiyat Island Niederlassungen zu bauen oder zu gründen. Begeistert von der entstehenden Infrastruktur und den hervorragenden Kontaktmöglichkeiten werden vermutlich weitere nachziehen; und dann wird Nusseibehs Masterplan vom neuen Kulturzentrum am Golf Wirklichkeit.

Die Diskussionsteilnehmer:
 

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© Steve Double

Zaha Hadid
Irakisch-britische Architektin. Trägerin des Pritzker-Preises. Plante das Opernhaus auf der künstlichen Insel im Dubai Creek. Entwarf u.a. 2002 das Zentralgebäude der BMW Werke in Leipzig.

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Thomas Krens
Senior Advisor for International Affairs der Guggenheim Foundation. Verantwortlich für das Guggenheim Museum in Abu Dhabi. 1988 bis 2008 Direktor der Guggenheim Foundation.

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Zaki Anwar Nusseibeh
Stellvertretender Vorsitzender der Abu Dhabi Culture and Heritage Authority und Berater der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate. Präsident der ersten Richard-Wagner-Vereinigung der arabischen Welt.

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Michael Schindhelm
Schriftsteller, Theaterintendant und studierter Quantenphysiker. Seit 2008 Kulturdirektor der Dubai Culture and Arts Authority. 2004 bis 2007 Generaldirektor der Berliner Opernstiftung.
 
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