Vereintes Europa – Geteilte Geschichte
In Workshops mit einer internationalen Expertenrunde wurden Möglichkeiten einer transnationalen, europäischen Sichtweise der Nachkriegsgeschichtsschreibung entworfen.

Europa ist und bleibt auf Identitätssuche. Die Grenzen zwischen den Ländern verschwimmen immer mehr. Doch ohne eine gemeinsame Geschichte ist es oftmals schwierig, andere Kulturen zu verstehen und ihre Realitäten zu akzeptieren. Hier setzte das Projekt "Vereintes Europa – Geteilte Geschichte" an. Anhand von Workshops mit einer international und interdisziplinär besetzten Expertenrunde wurde das Ziel verfolgt, die bisher weitgehend national verfassten Nachkriegsgeschichtsschreibungen auf eine transnationale, europäische Sichtweise hin auszuweiten.
Verschiedene nationale und politische zeitgeschichtliche Eckpunkte wurden unter Einbezug neuer Erkenntnisse – vor allem seit der Öffnung der Archive nach 1989 – verglichen. Dabei entstanden neue Ansätze, die der veränderten Situation Europas gerecht werden sollten. Darüber hinaus wurden die aktuellen "Erinnerungskulturen" diskutiert und Möglichkeiten für eine zukünftige europäische Geschichtsschreibung aufgezeigt.
Über die Vermittlung von historischem Wissen hinaus wollte das Projekt ein kritisches Bewusstsein im Umgang mit der Geschichte in der breiten Öffentlichkeit fördern. Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit wurde eine Internetseite eingerichtet, die über alle Aktivitäten des Projekts informierte und ein Diskussionsforum bereitstellte. Nach der Abschlusskonferenz wurden die erarbeiteten Ergebnisse in einer Sammelpublikation festgehalten.
1. Workshop "United Europe - Divided Memory"
Vom 19. bis zum 21. September 2008 fand der erste der drei interdisziplinären und internationalen Workshops unter der Leitung von Prof. Timothy Snyder (Yale) statt. Die Teilnehmer waren: Marek Wierzbicki, Christoph Mick, Yevgenij Rozenblat, Alex J. Kay, Birthe Kundrus, Pavel Polian, Dieter Pohl, Leonid Smilovitsky, Rafał Wnuk, Timm C. Richter, David Marples, Andrzej Waśkiewicz, Ihor Ilyushin und Alexandra Goujon (weitere Informationen unter dem Link im rechten oberen Bereich der Seite).
2. Workshop "Stalinism and Europe, 1933-1953"
Der zweite Workshop vom 28. bis zum 30. November 2008 in Wien untersuchte die Auswirkungen des Stalinismus in verschiedenen ost- wie westeuropäischen Ländern sowie die Folgen der Kollektivierung der 30er Jahre. Er begann mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit Stefan Troebst, Timothy Snyder, Hans Rauscher und Heidemarie Uhle. Zu den weiteren Teilnehmern des Workshops zählten: Andrea Graziosi, Sarah Cameron, Terry Martin, Hiroaki Kuromiya, Slawomir Debşki, Geoffrey Roberts, Serhii Yekelchyk, Iuri Shapoval, Mark Kramer, Jens Gieseke, Wolfgang Müller, Silvio Pons, Stefano Bottoni, Kyril Drezov und Peter Kenez(weitere Informationen unter dem Link im rechten oberen Bereich der Seite).
Projektdauer: Januar 2008 bis Oktober 2009
Projektort: Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), Spittelauer Lände 3, 1090 Wien
Projektpartner: IWM, Wien