>Startseite > Sitemap
Allianz Kulturstiftung
 
Seite weiterempfehlenSeite drucken
 
Diskussionsreihe: Wissenschaftler fordern eine Abkehr von der alten Klimapolitik
Süddeutsche Zeitung, Montag, 25. Januar 2010

Das Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen beruht nach Ansicht von Wissenschaftlern auf einem "Missverständnis". Abgehalten worden sei keine Weltklima-, sondern eine Weltwirtschaftskonferenz, kritisierte Ottmar Edenhofer am Sonntag im Münchner Schauspielhaus. Der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung trat gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern im Rahmen der Diskussionsreihe "Die Erde steht Kopf" auf, die von den Münchner Kammerspielen in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung, der Münchner Rück Stiftung und der Süddeutschen Zeitung ausgerichtet wird.
v.l.n.r.: Johannes Wallacher, Harald Lesch, Saleemul Huq, Ottmar Edenhofer
Illustratives Bild

Edenhofer forderte die Politik dazu auf, künftig wieder mehr zielgerichtet zu verhandeln und nicht nur zu reden. Die Vertreter von China und den USA hätten Reden "voller Klimakitsch" gehalten. Dabei sei versäumt worden, vernünftige Strategien auszuarbeiten. Edenhofer kritisierte auch die europäische Tendenz, den Klimawandel mit individuellem Engagement aufhalten zu wollen: "Wir müssen aufpassen, dass das nicht zu einer moralischen Debatte führt, bei der wir uns gegenseitig bezichtigen." Er forderte stattdessen mehr Geld in erneuerbare Energien zu investieren und langfristige Technologien zu entwickeln, um den Kohlenstoff-Dioxid-Ausstoß zu senken.

Es reiche nicht aus, weltweite Probleme in "geschlossenen Clubs" zu verhandeln, unterstrich der Münchner Soziologe Johannes Wallacher. Er rief dazu auf, den Wohlstand neu zu definieren. Westliche Gesellschaften müssten sich fragen, ob sie bereit seien, ein anderes Wohlstandskonzept anzunehmen. Gesellschaftlich anerkannte Leitbilder für einen neuen Lebensstil seien daher eine Voraussetzung für Fortschritte in der Klimapolitik. Für den Münchner Physiker Harald Lesch sind die Lösungen in den Köpfen und Gremien bereits vorhanden. "Die Frage ist nur, wie schnell wir an diese Lösungen rankommen."

Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutschen Zeitung.


Moderator Harald Lesch und Saleemul Huq

Bild 1 bis 5 von 5

 
Seite weiterempfehlenSeite drucken