Woodstock of Political Thinking
Wie sieht die Zukunft des politischen Denkens aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich die dreitägige Veranstaltung "Woodstock of Political Thinking" zwischen dem 20. und 22.November 2009, die im Rahmen des Münchner SPIELART Festivals im Haus der Kunst stattfand und in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung und weiteren Partnern initiiert wurde.

2009 ist mehr als das Jahr der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Es ist ein Gedenkjahr, ein Schlüsseljahr, das an gravierende kulturpolitische und –geschichtliche Ereignisse erinnert, die das heutige Europa maßgeblich geprägt haben. Demnach hat das futuristische Manifest 1909 den italienischen Faschismus vorbereitet, 1929 führte der denkwürdige "Black Thursday" zum verheerendsten Börsencrash der Geschichte, 1969 wurde auf dem legendären Woodstock Festival gegen den (Vietnam-)Krieg aufgerufen und 1989 fiel der Eiserne Vorhang. Grund genug, um nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die politische Zukunft näher ins Visier zu nehmen.
Gerade Kunst und Kultur reagieren in allen möglichen Formen auf das politische Geschehen – so findet sich beispielsweise im Theater ein unverbindlicher Raum, wo Reflexion und Diskurs in einer unpolitischen Umgebung stattfinden können. Zwischen den Künstlern und dem Publikum, aber auch zwischen Kunst und Öffentlichkeit. Genau solch ein offenes Forum hat "Woodstock of Political Thinking" geschaffen.
Ca. 30 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Theater, Literatur und Kunst hatten drei Tage lang die Gelegenheit, dem Publikum ihre Sichtweisen näher zu bringen. Das Besondere: In Ihrer Darstellungsform waren sie völlig frei, jedoch waren ihnen maximal 60 Minuten für ihre Darbietung gegeben. Ein vorgeschriebener Rhythmus in einem offenen Raum. Das Ergebnis war ein kreatives, performatives und intermediales "Diskurs-Happening". Dazu trugen Persönlichkeiten wie Julian Nida-Rümelin, Elif Özmen, Eva Löbau, Vladimir Scherban, Kathrin Röggla u.v.m. bei.
Projektdauer: 20.-22. November 2009 jeweils 11:00 bis 23:00 Uhr.
Projektort: Haus der Kunst München
Projektpartner: SPIELART Festival, Lehrstuhl für Philosophie IV der LMU München, Kulturreferat der Landeshauptstadt München