Radar
Drei Sprachen, drei Nationen, drei Literaturen? "Radar" ist ein länder- und sprachenübergreifendes Literaturmagazin für Polen, die Ukraine und Deutschland.

Foto: Jurko Djaczyszyn
Den literarischen Diskurs in Mittel- und Osteuropa zu internationalisieren, ist das Ziel des 2009 gegründeten Literaturmagazins Radar. Es erscheint halbjährlich in polnischer, ukrainischer und deutscher Übersetzung und regt so einen intensiven Gedankenaustausch zwischen den jungen Literaturszenen der drei Länder an. Die Besonderheit des Magazins liegt in der Fokussierung und Würdigung der Übersetzungsarbeit selbst. Als vollberechtigte Autoren beschäftigen sich die Redakteure auch mit dem Übersetzen der Texte. Zudem hat jede Ausgabe ein Leitmotiv; so lautete die erste Publikation "Home sick".
Das Magazin bewegt sich dabei nicht nur zwischen nationalen, sondern auch zwischen den Grenzen der künstlerischen Disziplinen. So erscheint zu jedem Magazin eine CD mit Hörspielen, gelesenen Dramen und visueller Lyrik. Auch Literaturkritik, Drehbuchauszüge, Comics und journalistische Beiträge finden in Radar ihren Platz. Radar liegt bei Kunst- und Kulturinstitutionen in Deutschland, in der Ukraine und in Polen aus. Neben der gleichzeitig erscheinenden Onlineausgabe des Magazins hat Radar eine interaktive Onlineplattform geschaffen, auf der sich Autoren, Leser und Literaturschaffende vernetzen und über aktuell stattfindende Autorentreffen oder Buchmessen informieren können.
Zu jeder Ausgabe findet ein Redaktionstreffen statt. So fanden sich vom 27.-28. Juli 2010 aus Lemberg Natalka Sniadanko und Ostap Slywynski sowie aus Warschau Andreas Volk in der Villa Decius ein. Birgit Bauer und Bohdana Matijasch waren bereits vor Ort – beide verbrachten gerade die letzten Tage eines dreimonatigen Stipendienaufenthalts in der Villa Decius. Thema des zweitägigen Treffens war vor allem der Inhalt der zweiten Printausgabe von "Radar", die Anfang November, pünktlich zur Krakauer Buchmesse erscheinen soll.
"Radar" ist aus dem Stipendienprogramm "Homines Urbani" der Villa Decius in Krakau heraus entstanden, das mit Literaturfestivals einherging und schließlich zu einem umfangreichen Netzwerk heranwuchs. So setzen sich die Autoren von Radar größtenteils aus diesem Stipendiatennetzwerk zusammen. Autoren, Übersetzer, Literaturkritiker und Redakteure sind herzlich eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Die Allianz Kulturstiftung finanziert für das Projekt vor allem die Übersetzungen und die vorbereitenden Redaktionstreffen.
Projektdauer: ab 2010
Projektort: Polen, Deutschland, Ukraine
Projektpartner: Villa Decius Krakau, Kultusministerium Polen