
Weltensammler – Literatur im Transit
Von der Weltliteratur hin zu einer Global Literature. In Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt und der Allianz Kulturstiftung findet seit dem 27. November 2009 im Literarischen Colloquium Berlin eine zehnteilige Veranstaltungsreihe statt, die sich an den nominierten Autoren für den "Internationalen Literaturpreis" orientiert.
Der Titel "Weltensammler" steht für ein literarisches Phänomen, das sich bislang fast unscheinbar entwickelt hat: Eine Literatur im Transit, die nicht mehr ortsgebunden ist, geschrieben von Autoren aus literaturfernen, krisengeprägten Gegenden wie Äthiopien, Libanon oder Somalia.
"Goethes Traum von einer Weltliteratur ist aufgegangen in unserer globalisierten Welt. Schriftsteller leben mehr und mehr in kulturellen Welten, die der Kultur ihres Herkunftslandes fremd sind. Sie müssen unterschiedliche Realitäten in sich vereinen und versöhnen. Dadurch werden sie schreibend zu Wanderern und Vermittlern zwischen Kulturen. Sie decken Unverständnis auf, blicken von außen auf das Land, in dem sie schreiben, bringen Erinnerungen an die Kultur ihrer Herkunft ein und ermutigen zur Neugierde und Auseinandersetzung mit kulturellen Differenzen." (Prof. Dr. Christina Weiss)
Den Auftakt der Reihe bildete der pakistanische Schriftsteller und BBC-Korrespondent Mohammed Hanif, der seinen viel gepriesenen, satirischen Roman "Eine Kiste explodierender Mangos" in einer Lesung mit anschließender Gesprächsrunde vorstellte. Hanif beschreibt darin nicht ohne Humor das von Angst und Gewalt geprägte Leben in der pakistanischen Armee, der er selbst zeitweise als Luftwaffenpilot angehörte.
Weitere Autoren der Reihe sind z. B. Daniel Alarcón, David Chariandy, Assia Djebar oder Yiyun Li. Sie alle haben zweitweise im Exil gelebt oder leben noch immer fern ihres Herkunftslandes und schreiben in englischer Sprache. Moderiert werden die Veranstaltungen von der Literaturkritikerin Sigrid Löffler.
Projektdauer: November 2009 bis Oktober 2010
Projektort: Literarisches Colloquium Berlin
Projektpartner: Literarisches Colloquium Berlin, Haus der Kulturen der Welt